Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren Baden-Württemberg
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"FERDA - Zukunft" Internationale Elternschule

 

Ein Kooperationsprojekt des Familienforums Reutlingen, Lokales Bündnis für Familie im Landkreis Reutlingen

 
 
Kommune: 72762 Reutlingen
 
Einwohnerzahl: 114.310 Einwohner
 
Träger/Kooperierende Akteure: Familienforum Reutlingen, Lokales Bündnis für Familie im Landkreis Reutlingen, Forum muslimischer Frauen, Integrationsbeauftragte der Stadt und des Landkreises, türkischer Kultur- und Integrationsverein, Moscheevereine, VHS Reutlingen, Haus der Familie, Agentur für Arbeit, BeKi - Bewusste Kinderernährung, Landesinitiative Baden-Württemberg, Kinder- und Familienzentrum (KiFaz)
 
Startjahr: 1994
 

Vor Beginn des Projektes wurde festgestellt, dass Familien mit Migrationshintergrund, aber auch deutsche Familien, wenig an den Bildungsangeboten und kulturellen Angeboten unserer Gesellschaft partizipieren. Zu den Hinderungsgründen gehören weniger mangelnde Motivation, sondern zu wenig Kenntnisse, Zutrauen und sprachliche Fähigkeiten. Mit dem Ziel, den Zugang zu Präventions-, Beratungs- und Bildungsangeboten bei zugewanderten jungen Familien mit Kleinkindern zu verstärken, wurde das Projekt "FERDA - Zukunft" gegründet.

 

Mit der Weiterentwicklung von FERDA ist zunehmend die Situation von Frauen in den Vordergrund gerückt. Mit ihnen werden Perspektiven für ihre persönliche und vor allem auch berufliche Situation entwickelt sowie eine stärkere Partizipation in der Gesellschaft gefördert.

 

Angebote und UmsetzungsschritteBegonnen hat das Projekt mit einer Elternschule in Form eines mehrteiligen Kurses zu verschiedenen Themen im Bereich der Kindererziehung für türkische und russische Familien.

 

Inzwischen ist die aufsuchende Weiterbildung ein wichtiges Kernelement der Arbeit. Hierbei werden direkt an Orten, an denen sich Menschen der Zielgruppen aufhalten (z.B. in Moscheen), Veranstaltungen durchgeführt oder gezielt zu Veranstaltungen eingeladen. Dies sind zur Zeit vor allem EDV- und Sprachkurse.

 

Des Weiteren gibt es eine ganze Reihe vielfältiger Angebote. Dazu gehören:

 

FERDA-Cafe

  • offenes Sprech- und Erzählcafe, teilweise mit Referenten
  • verschiedene Themen (z.B. aus den Bereichen Politik, Religion oder biografische Themen)
  • findet alle zwei Wochen statt

Eigene Kurse von Teilnehmenden

  • zunehmend bieten Teilnehmende am FERDA-Projekt selbst Kurse an, z.B. Nähen, Kochen, Tanzen

Eltern-Kind-Kurse und Aktivitäten in den Schulferien

  • z.B. Kreatives, Kochen, Besuch von Museen
  • neben der Aktivität findet zusätzlich auch Beratung und Weitervermittlung zu anderen Kursen statt

Gemeinsame Veranstaltungen mit anderen Vereinen

  • interkulturelle Veranstaltungen
  • Diskussion und Begegnung von Menschen mit unterschiedlicher Herkunft

Beteiligung beim Treffpunkt BERUFSWEGE!

  • offener Treff für Menschen mit Migrationshintergrund zum Thema Arbeit und Beruf

Kulturelle und politische Ausflüge

  • z.B. Besuch des Landtages oder des Europäischen Parlaments
  • vielfältige Begegnungen untereinander
  • Angebote sprechen auch Männer an und werden von ihnen gerne wahrgenommen
  • auch hier findet "nebenbei" Beratung statt

Familiennachmittage

  • 1-2mal pro Jahr
  • verschiedene Themen: z.B. Märchen, Sommerspiele, Weihnachtsbäckerei
  • Väter lassen sich gut ansprechen
  • Themen können "nebenher" besprochen werden

2016 neu geplant: spezielle Väter-Kind-Aktionen

 

Ergebnisse und AuswirkungenDie Verantwortlichen des Familienforums Reutlingen sehen den Erfolg des Projekts unter anderem darin, dass zugezogene Eltern deutlich offener und neugieriger geworden sind und öfter die Hilfe von Fachdiensten aufsuchen. Zusätzlich konnten in den Veranstaltungsreihen weitere Schlüsselpersonen aus der Elternschaft gewonnen werden, die die Rolle von Multiplikator/innen übernommen haben.

 

Bei der ersten Veranstaltungsreihe mit türkischen Müttern zeichnete sich deutlich ab, dass die Frauen es wünschenswert fänden, auch Väter für die Teilnahme an den Sitzungen zu gewinnen bzw. eigene Vätertermine zu planen. Dies gelingt inzwischen, auch anhand von neuen Veranstaltungsformaten, sehr gut und die Väter lassen sich gut mit einbinden.

 

Das Ziel, Frauen zu qualifizieren und ihnen zu helfen, ihren Platz auf dem Arbeitsmarkt zu finden, wird ebenfalls gut umgesetzt.

 

Die Angebote werden insgesamt gut angenommen und je nach Bedarf entstehen immer wieder neue Veranstaltungsformate. Das Projekt ist sehr gut vernetzt.

Vermehrt nehmen auch Menschen ohne Migrationshintergrund an den Angeboten teil und bringen sich aktiv in die Arbeit mit ein. Sie sind weitere wichtige Multiplikatoren für die Arbeit.

 

FinanzierungDie Finanzierung des Projektes ist immer wieder eine Herausforderung. Da keine öffentlichen Gelder zur Verfügung stehen, müssen immer wieder neu Sponsoren gewonnen werden.

 

Besondere Rahmenbedingungen vor OrtDas Projekt profitiert von einem weiten Netzwerk vieler verschiedener gesellschaftlicher Gruppierungen und Institutionen, was die Zusammenarbeit intensiviert und erleichtert. Das Lokale Bündnis für Familien im Landkreis Reutlingen schafft die Grundlage für die Umsetzung dieses Projekts.

 
Kontakt
Susanne Stutzmann
Telefon: 07121-929 616
 
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