Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren Baden-Württemberg
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Gesund aufwachsen und leben in Mühlburg

 

Naturerleben in Mühlburg

 
 
Kommune: 76185 Mühlburg (Karlsruhe)
 
Einwohnerzahl: 309.106 Einwohner
 
Träger/Kooperierende Akteure: Umwelt- und Arbeitsschutz, kommunale Gesundheitsförderung, Grundschulen in Mühlburg, Schülerhort Weinbrennerstraße, Mühlburg, externe Umweltpädagogen
 
Startjahr: 2012
 

Der Stadtteil Mühlburg bietet mit wenigen öffentlichen naturnahen Grünflächen, dem hohen Verkehrsaufkommen, dem hohen Anteil an Empfängern von AlgII und vielen Alleinerziehenden keine guten Voraussetzungen für Kinder, gesund aufzuwachsen.
Die kommunale Gesundheitsförderung erreicht die Kinder und Jugendlichen in ihren Settings und macht Angebote, die einen Zugang zur Natur ermöglichen. Der Kontakt mit Natur ist nachweislich gesundheitsfördernd.


Kinder ab dem Kindergartenalter bis zur fünften Klasse sollen durch die Angebote immer wieder auf verschiedenen Wegen in Kontakt mit der Natur kommen. Ziele sind, dass die Kinder einen emotionalen Bezug zur Natur entwickeln, ihre Selbstwirksamkeit erfahren und durch die Aktionen im Freien eine alternative Möglichkeit der Freizeitgestaltung kennenlernen.

 

Angebote und Umsetzungsschritte

  • Umfrage an allen Kindergärten und –tagesstätten zu gesundheitsförderlichen Angeboten in der Einrichtung (Ernährung, Sport, Sprachförderung)
  • Naturpädagogische Angebote an den vier Grundschulen im Stadtteil für alle Altersstufen (Aufbau und umweltpädagogische Betreuung der Schulgärten, Programm „Schüler erleben Naturschutz“)
  • Unterstützung des Schülerhortes im Stadtteil bei Planung, Einrichtung und Betreuung eines eigenen Hochbeetes
  • Umweltpädagogische Angebote im Schülerhort in Zusammenhang mit dem Hochbeet

 

Ergebnisse und AuswirkungenDie Umfrage in den Kindertageseinrichtungen hat ergeben, dass die Erzieherinnen sich ihrer Verantwortung für ein gesundes Aufwachsen bewusst sind. Durch die Verteilung der Ergebnisse konnten die einzelnen Einrichtungen sehen, wo sie stehen und sich Ideen aus den anderen Einrichtungen holen.

 

Die Kinder und Jugendlichen der Schulen und im Hort lernen durch den Zugang zur Natur eine aktive Freizeitgestaltung kennen. Sie erhalten z.B. durch die Pflege eines öffentlichen Hochbeetes Anerkennung aus der Nachbarschaft, erleben sich als selbstwirksam und verschönern ihr eigenes Quartier und Lebensumfeld.

 

Sie lernen die Herkunft mancher Gemüse- oder Obstsorten kennen. Sie erfahren, wie lange es dauern kann, bis die Ernte ansteht und wieviel Arbeit die Produktion von Lebensmitteln macht. Dies fördert die Wertschätzung gegenüber Lebensmitteln.
Die Kinder und Jugendlichen machen erste Erfahrungen mit der Handhabung von gärtnerischem Gerät, sie erleben sinnlich, wie Erde riecht, sich die Blätter verschiedener Pflanzen anfühlen.

 

Das ästhetische Empfinden wird durch die Beschäftigung mit Pflanzen geschult, Kenntnisse über die Zusammenhänge in der Natur (Insekten, Pflanzen, Boden) erweitern den Horizont der Kinder durch das praktische Arbeiten. Eine Grundschule hat das Naturerleben in das Schulcurriculum aufgenommen.

 

Finanzierung

  • Städtische Mittel
  • Förderung durch die Verbändekooperation B52, Gesunde Kommune, Verleihung in 2015

 

Besondere Rahmenbedingungen vor OrtZu Beginn des Projektes lagen die Schulgärten brach, eine pädagogische Nutzung fand kaum statt. Der Schülerhort hat nur eine begrenzte Fläche als Freigelände zur Verfügung, dort konnte der Wunsch nach gärtnerischer Arbeit nicht umgesetzt werden. Die Zusammenarbeit mit dem städtischen Gartenbauamt ermöglichte, ein nahe gelegenes Hochbeet zu nutzen.

 

Die Umsetzung des Konzeptes zusammen mit Schulen und Hort erleichterte die Ansprache der durch den hohen Anteil an sozial benachteiligten Familien und Migranten schwer erreichbaren Gruppen im Stadtteil. Die Ansprache von älteren Jugendlichen (ab der fünften Klasse) gelang nicht. Die Themen Natur und Umwelt sind in dieser Altersgruppe nicht interessant.

 

InfomaterialGesund aufwachsen und leben in Mühlburg

 
Kontakt
Anke Kelber
 
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