Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren Baden-Württemberg
Sie sind hier: HomeBest PracticeBeispiele

Hand in Hand

 

Wir stärken junge Familien

 
 
Kommune: Rhein-Neckar-Kreis
 
Einwohnerzahl: LK: 541.859 Einwohner
 
Träger/Kooperierende Akteure: Verantwortungsgemeinschaft Jugendhilfe und Psychiatrie, Jugendamt Rhein-Neckar-Kreis und Psychatrisches Zentrum Nordbaden in Wiesloch
 

Psychische Erkrankungen in der Schwangerschaft und nach der Geburt, wie auch psychische Belastungen von jungen Müttern werden in ihrer Häufigkeit und Tragweite oft unterschätzt. Sie stellen jedoch für Schwangere und junge Mütter eine zusätzliche Herausforderung dar und sind als Risikofaktoren für das Kindeswohl bekannt.

 

Postpartale psychische Erkrankungen treffen Mütter in allen Bevölkerungsschichten. Sie werden von den Betroffenen oft als stark stigmatisierend erlebt. Daher bleiben sie in vielen Fällen unerkannt und unbehandelt. Die betroffenen Frauen ziehen sich oftmals aus Scham, Angst und Schuldgefühlen zurück, verschließen sich und sind mit Therapiemaßnahmen und Unterstützungsangeboten schwer zu erreichen.

 

Durch die systematische Koordinierung von Versorgungsstrukturen der Gesundheits- und Jugendhilfe soll ein überdauerndes Netzwerk von Unterstützungsangeboten für psychisch belastetet oder erkrankte und jugendliche Mütter mit Säuglingen und Kleinkindern (0-3 Jahre) gepflegt und ständig weiter ausgebaut werden. Die Prävention von kindlichen Entwicklungsrisiken und Kindeswohlgefährdung während der Schwangerschaft oder nach der Geburt soll hierbei etabliert werden.

 

Das seit 2007 bestehende Programm "Hand in Hand - Perinatales Präventionsnetz im Rhein-Neckar-Kreis" hat sich deshalb folgende Ziele gesetzt:

  • Qualifikation eines interdisziplinären Helfersystems
  • Identifizierung einer Risikokonstellation
  • Aufbau einer Beziehung zur Risikofamilie und Früherkennung von Krankheitssymptomen
  • Verbesserung der Erreichbarkeit und Inanspruchnahme von Unterstützungs- und Therapieangeboten
  • Entwicklung von niederschwelligen Behandlungs- und Unterstützungsangeboten durch Psychiater/Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendhilfe sowie
  • Etablierung niederschwelliger Zugangswege zur Krisenintervention

 

Angebote und UmsetzungsschritteDurch erhöhte Achtsamkeit und Sensibilität kann es den Berufsgruppen, die in der Zeit um die Geburt (perinatal) Mütter mit Säuglingen betreuen, gelingen, betroffene Frauen zu motivieren, psychiatrisch-psychotherapeutische Frühinterventionen und Unterstützungsangebote der Jugendhilfe wahrzunehmen.

 

Die Behandlung der Erkrankung, die Beziehungsförderung zum Säugling und die Entlastung der Mutter durch den Aufbau eines individuellen sozialen Helfer-Netzes sind Schwerpunkte der präventiven Maßnahmen.

 

Das Projekt basiert auf den vorhandenen strukturellen und personellen Ressourcen des Gesundheitssystems und der Jugendhilfe. Durch berufsgruppenspezifische Fortbildungen werden fachliche Kompetenzen vermittelt, die hilfreich sind in Hinblick auf das zu realisierende peripartale Versorgungsangebot.

 

Ein Handbuch mit fachlichen Informationen (u.a. Risikochecklisten, Screeninginstrumente, Gesprächsleitfaden und Schulungsmaterial), Erklärung der Netzwerkstrukturen und Zugangswege sowie mit einem Kontaktdatenverzeichnis sichert nachhaltig das Funktionieren des Netzwerks.

 

Ergebnisse und AuswirkungenZusammenarbeit der Berufsgruppen aus dem Gesundheitswesen und der Jugendhilfe.

 
Kontakt
Hannah Beck
 
Zurück